The end of a wonderful jurney

Aktualisiert: Nov 9

Mittlerweilen sind wir in Bern angekommen. Wir haben das griechische Festland gerade noch rechtzeitig vor dem Lockdown verlassen. Nach Ankunft der Fähre in Venedig fuhren wir direkt in die Schweiz. Wenig Verkehr, gutes Wetter, gute Strassen und dann waren wir auch schon im Tessin und von da im Bündnerland im Schnee.. Noch einmal wollen wir es langsam angehen und fahren daher nicht auf dem direkten Weg nach Hause.


Gerade in diesen Momenten des Heimkommens sind unsere Gedanken und Gespräche nochmals auf unserer Reise. Es waren wirklich 9 unvergessliche Monate mit unzähligen schönen Momenten und Erlebnissen. Wir sind sehr dankbar durften wir in dieser Zeit gesund bleiben und unterwegs sein.

Hier einfach nochmals ein paar Müsterchen und Gedanken aus dieser Zeit:

Lia:

--Velöle--

Ihr Fahrrad hat sie immer wieder vermisst und sie freut sich riesig darauf. Sie konnte am Ende in Griechenland eines ausleihen und war richtig glücklich. Ansonsten braucht es so wenig Spielsachen - die Welt ist eindeutig der schönste Spielplatz



--Einkaufen im Migros--

Für Lia war ab dem Migros in der Türkei jeder Lebensmittelladen ein Migros. Sie liebte es einzukaufen, dabei zu sein und den ganzen Prozess vom Einkaufen bis zum Menu auf den Tellern zu sehen. Im Sand erstellte sie unzählige Male ihr eigenes Migros, wo wir dann einkaufen konnten. Eindrücklich diese Ausdauer und Wiederholungen.



--UNO spielen--

Dieses Spiel begleitete uns auf der ganzen Reise und konnte überall gespielt werden. Hoch im Kurs waren auch ihre Spielautos und ihre "grosse Küche" wie sie sie nennt. Dies beinhaltet die ganzen zwei Koch- und Geschirrkisten, welche sie im Auto ausgeräumt hat und dann ihre Küche eingerichtet und anschliessend für uns gekocht hat. Campinggeschirr eignet sich bestens für dieses ausgiebige und vielseitige Spiel! Ein immer wieder gespieltes Spiel war auch das fiktive Ziegenhüten und das Fahren mit dem grossen Auto, hinter dem Steuer und wir durften sie einweisen. Und oft hat sie auch auf "Kauderwelsch" (bzw. Türkisch ;-)) wie die Erwachsenen lange Gespräche mit uns geführt, dazu Tee oder Kaffee getrunken oder einen Spaziergang gemacht.





--Blumen sammeln/kennen lernen--

Durch das Draussensein und die Zeit auf der Farm lernte sie vieles darüber und entwickelte ein faszinierendes Interesse an den verschiedenen Pflanzen und besonders deren essbaren Früchten. Auch durch den Besuch auf dem Markt und das Probieren vieler neuer Nahrungsmittel entstand eine Vielfalt neuer kulinarischen Eindrücke.


--Fisch essen--

Dies war für Lia immer ein Highlight. Wir konnten vielen Fischern beim Fischen zuschauen und deren Würmer und Köder nimmt Lia mit einer Selbstverständlichkeit in die Hand als ob es eine Puppe wäre.



--Tiere--

Die wildlebenden Tiere waren omnipräsent. Fledermäuse beobachten, Schackalen in der Nacht zuhören, die Aufregung spüren, dass in diesen Gegenden Bären und Wölfe wohnen, Ameisenstrassen beobachten, mit Wespen das Frühstück teilen, eine Quallenverbrennung spüren, mit vielen Tieren auf der Farm eine Beziehung eingehen, Zusehen beim Wachsen, wie z.B der Gans "Wikwik", den jungen Hühner, Katzen oder Ziegen.



--Verantwortung übernehmen--

Im Verlauf der Reise wollte Lia immer mehr Verantwortung und Aufgaben übernehmen. Begonnen hat dies auf der Farm, wo Rituale und Aufgabe jeden Tag wiederholt wurden. So zum Beispiel das Wassergeben der Pflanzen und Bäume oder jeden Abend die Mahlzeit zubereiten für die Hunde.



--Fussballspielen mit Matthias und Aurélie--

Unsere zwei belgischen Reisefreunde begleiteten uns, zwar nicht physisch, auf der ganzen Reise. Lia hat sie fest in ihr Herz geschlossen. Dies gilt auch für Gözde und Gökhan, unseren Gastgebern auf der Farm. Die sozialen Kontakte waren bedingt durch Corona spärlich, dafür jeder einzelne intensiver. Und für Lia war es schön, weil sie so genügend Zeit hatte Vertrauen aufzubauen.


Flurina:

--bulgarische und türkische Kultur und Land kennenlernen--

Wir haben auf der schlussendlichen Reiseroute nicht viele Länder besucht, doch in den drei Länder Türkei, Bulgarien und Griechenland viel Zeit verbringen können. Somit konnten wir uns mit jedem Land viel intensiver auseinandersetzen und auch einige Vorurteile und Stigmatisierungen ablegen. Ich kann es immer noch nicht glauben wie viel intakten und grossflächigen Wald es in Bulgarien noch gibt. Auch von der Vielfältigkeit und der Grösse der Türkei wurde ich überrascht.



--Kochen und Einkaufen in verschiedenen Ländern--

Dies ist eine Leidenschaft von mir und hat mir sehr viel Freude bereitet. Das Einkaufen haben wir in allen drei Ländern als sehr einfach und entspannt erlebt. Gemüse und Früchte gab es in einer grossen Auswahl. Ich habe unter anderem folgendes entdeckt oder sehr geschätzt:

- Fein gemahlenes Bulgur: (noch besser als Couscous) für süsse oder salzige Speise, zum Frühstück oder Abendessen

- Granatapfel: kann fast überall rein. Ob salzig oder Süss, im Curry oder Müesli

- Sesam: gehört nun zum täglichen Verzehr

- Yoghurt: Gehört in der Türkei fast zu jeder Mahlzeit als Beilage dazu, ab und zu mit Wasser verdünnt und leicht gesalzen als Ayran-Getränk.

- super bulgarischen und griechischen Weisswein

- die besten Tomaten ever in Bulgarien im August

- die besten Orangen ever in Griechenland im Februar

- die besten Mandarinen ever in Griechenland im Oktober

- Mandeln, einfach herrlich frisch. Dies war unser täglicher Snack gemischt mit anderen Nüssen und Weinbeeren

- Konfituren kochen aus Pfirsichen, Him- und Brombeeren ohne Gelierzucker geht hervorragend

- Kochen und backen mit unserem Colman zweiflammen Benzinkocher und dem Omniabackofen war für mich immer eine grosse Freude


--Reisen als Familie--

Ich bin sehr dankbar funktionierte unsere Flexibilität als ganze Familie so gut und konnten wir uns rasch an die neuen unvorhergesehenen und ungeplanten Reisepläne adaptieren, ohne gross zu hadern und zu zweifeln. Und im Rückblick bin ich sehr glücklich darüber wie sich die ganze Situation/ Reise zu einem Puzzle zusammengefügt hat.

--Das Zusammenleben auf engstem Raum--

Heute können wir sagen, dass wir das Zusammenleben und Schlafen auf unseren vielleicht 6qm Wohnfläche (auf zwei Etagen) und 1.2m Bettbreite im Auto für 9 Monate zu Dritt gut gemeistert haben. Und dies ohne schlaflose Nächte oder einen Lagerkoller zu erhalten. Allerdings müssen wir sagen, dass wir unglaubliches Glück mit dem Wetter hatten. Wir hatten kaum Regen, nie mehrere Tage am Stück und meistens nur für ein paar Stunden. Und in den drei Monaten auf der Farm hatten wir ja unser Häuschen.

--Und zuletzt das Autofahren mit Lia--

Wir konnten mit Lia bis zu ihrem zweiten Geburtstag kaum eine längere Strecke Autofahren. Und da kommen wir auf die Idee eine längere Reise mit dem Auto zu machen! Verrückt.

Und es hat geklappt! Klar, wir mussten unsere Fahrzeiten ihrem Rhythmus anpassen, aber es gab kaum Momente, wo sie einfach nur noch raus aus dem Sitz wollte. Unsere Fahrzeit war meistens um den Mittag herum, so dass sie einen Teil der Fahrt noch schlafen konnte. Und eine reine Fahrzeit von mehr als 3-4 Stunden war eher selten der Fall. Beschäftigung musste dabei jedoch meistens sein. Singen, Bücher erzählen, Malen, aus dem Fenster schauen, Musik hören, Kaugummi kauen, essen, Geschichten erfinden, erzählen was unsere Familie und Freunde Zuhause zu diesem Zeitpunkt gerade machen, etc.


Cyril:

--Cruisen mit unserem Landcruiser--

mit maximal 80-100 Km/h auf der Autobahn, gemächlich durch kurvige Strecken und teilweise schon etwas unangenehm "langsam" die steilen Pässe hinauf.. der Landcruiser ist kein Rennpferd, aber ich habe dieses gemütliche Fahren immer mehr schätzen gelernt - und die Zeit genossen die so vielfältigen Landschaften vorbeiziehen zu sehen.




--Outdoorleben--

Näher am wirklichen Leben? Es hat sich unglaublich gut angefühlt so viel Draussen zu sein und den Alltag in und mit der Natur zu bestreiten. Zu realisieren, wie wenig man tatsächlich braucht und wie viel einem das einfache Leben mit seinen täglichen Routinen geben kann war sehr wertvoll. Auch die Monate auf der Farm waren diesbezüglich für mich sehr (ent-) spannend.



--Kinder wachsen sehen--

9 Monate lang während 24h Lia beim "Wachsen" zusehen und begleiten zu können war sehr schön. Wie die Entwicklung mal da stattfindet, dann dort und wie sich vermeintliche "Rückfälle" nur als zusätzlichen Boost für den nächsten Entwicklungsschub herausstellen, das Nachahmen und Kopieren, die Fantasie.. und ja ab und zu auch die "Dickköpfigkeit", wo man sich dann einfach auch mal etwas kinderfreie Zeit gewünscht hat..

--Politik & Gesellschaft--

Ich bin sehr interessiert in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Was man da nicht alles Lesen kann - jeden Tag.. all dem dann die tatsächlichen Vor-Ort-Einblicke und die eigenen Erlebnisse und Erfahrungen gegenüberstellen zu können war für mich sehr spannend. Und immer wieder stellt man fest, wie wenig man weiss und wie die Welt halt doch komplexer bzw. farbiger ist, als diese einfachen schwarz-weiss Ansichten und Meinungen, denen man häufig begegnet..


Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.. wir sind froh, diesen gemacht zu haben. Nicht das Ziel hat unsere Reise am Ende spannend gemacht, sondern jeder Tag "unterwegs" sein und gemeinsam erleben wohin uns die Reise trägt.


„Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt – sieh sie dir an.“

Kurt Tucholsky



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