• Flurina

Kappadokien zum 3.

Aktualisiert: Apr 6

Vor einigen Tagen haben wir zusammen mit den Belgiern unser neues Lager am Mittelmeer in einer ruhigen und schönen Bucht in der Nähe von Silifke aufgeschlagen. Dies nach Zwischenstopps beim Stausee Erdan, der Stadt Tarsus und im Windschatten einer Ruine in der Nähe der Küste in Kiskalesi.



Es fühlte sich so gut an in der Wärme zu sein, an einem wunderschönen und ruhigen Ort und mit Vorräten für mindestens zwei Wochen.

Lia fand sofort Freunde - drei Hundewelpen, sowie eine Schildkröte, viele kleine Frösche und ein Chamäleon.



Doch die Freude war leider nur von kurzer Dauer!

Denn schon am zweiten Tag kreuzte die Polizei auf und sagte, dass nun sämtliche Strände, auch ausserhalb der Städte gesperrt seien und wir hier nicht bleiben können. Auf die Anfrage wo wir denn hin sollen kam die Antwort nach Hause oder in ein Hotel.

Da es schon später Nachmittag war wollten wir nicht mehr all zu weit fahren und entschieden uns erneut zu der Ruine in der Nähe bei Kiskalesi zu fahren und dort zu überlegen wie es weiter gehen soll.

Leider wurden wir dort von dem Ziegenhirten bei der Polizei verpfiffen und mussten so kurzerhand nochmals einen Übernachtungsort suchen. Versteckt hinter einer unfertig gebauten Hotelanlage verbrachten wir die erste Nacht unten im Auto und schliefen sehr unruhig.



Wir machen uns früh auf, denn wir haben uns entschieden zurück ins 350km entfernte Kappadokien zu fahren, in unsere so geliebte ländliche Umgebung, weg von grösseren Städten am Meer und der für türkische Touristen überbauten Küstenabschnitten mit grossen Hotelanlagen, die aktuell alle leer stehen. Wir haben in der Nähe von Ürgüp ein kleines Häuschen auf Airbnb gefunden. Mehr dazu später.


Wir vermuteten unterwegs mögliche Strassenkontrollen und haben daher unsere Gastgeber gebeten, dass wir uns bei Bedarf an sie wenden können. Im Konvoi zusammen mit unseren belgischen Freunden fahren wir los.

Nach 7h Fahrt, zwei Polizeikontrollen, die zweite mit Fiebermessen und einem Telefonat der Polizei mit unseren Gastgebern erreichen wir müde und zugleich glücklich den wunderschönen organischen Bauernhof, welcher für die nächsten Wochen unser neues Zuhause ist.

Es ist ein grosser Glücksfall, dass wir das Ovadi Guesthouse auf Airbnb gefunden haben und wir können es immer noch nicht richtig fassen. Das war die richtige Entscheidung in letzter Sekunde. Denn am nächsten Tag wurden viele Städte abgeriegelt und eine Durchfahrt kaum mehr möglich.

Hier können wir nun solange wie nötig bleiben und wir haben alles was wir brauchen: Ein kleines geheiztes Holzhäuschen mit Dusche/WC und warmem Wasser, einmalige Tuffsteinlandschaft und unglaublich herzliche Gastfreundschaft und Grosszügigkeit von Gözlem und Gökhan, welche vor 1,5 Jahren ihr Leben in Istanbul abgebrochen haben und sich hier in dieser kargen Landschaft mit ihren gut 30 Jahren eine kleine 10ha grosse Oase am erarbeiten sind.

Wir werden täglich verwöhnt mit selbstgemachter Butter, Yoghurt, Honig ihrer Bienen, Aprikosenkonfi, Dörrfrüchten, selbstgebrautem Bier, selbstgemachtem Wein….




Wir können unser Glück kaum fassen. Hier sind wir fern ab von Menschenansammlungen und Wohnhäusern, weg von der Polizei, können uns frei bewegen, Spaziergänge machen, auf dem Hof mithelfen, haben türkischen Anschluss und Austausch über die aktuelle Situation.

Auch sind die Zahlen der erfassten Coronafälle in diesem Gebiet sehr gering.

Die Schweizer Botschaft in Ankara hat sich bei uns gemeldet, um sich bezüglich Rückreiseplänen zu erkundigen, aber als sie hörten, dass wir in Kappdokien sind und wir hier für eine ganze Weile ausharren werden, wünschten sie uns eine schöne Zeit und wir sollen gesund bleiben. Es machte der Anschein, dass sie froh waren nichts für uns tun müssen.


Leider hat es hier nur ein Häuschen und so entschieden Matthias und Aurelie in der Nähe in ein offiziell geschlossenes kleines Hotel zu gehen, wo jedoch noch zwei andere ausländische Personen sind und sich dort etwas auszuruhen.


Wir sind froh nun hier zu sein und sind gespannt wie es weiter geht. Gleichzeitig stellen wir uns auf eine längere stationäre Zeit ein, welche unseren Weg der Weiterreise bestimmen wird.


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