Farmerslife

Neben dem täglichen Pflegen und Hegen der Tiere gibt es aktuell viel Arbeit auf dem Feld und beim Anlegen des Gemüsegartens.

Die Kartoffeln, Kürbisse, Zwiebeln und Bohnen auf den grossen Feldern sind gesäht und gepflanzt. Nun macht das Gemüse ein Wettrennen mit dem Unkraut - wir versuchen Ersterem mit eifrigem Jäten einen Vorteil zu verschaffen, was einigermassen gelingt, uns aber viel Schweiss und manchmal Rückenschmerzen abverlangt.

Eine willkommene Abwechslung zur Monotonie des Jätens war da das Basteln einer Vogelscheuche, welche helfen soll eine mögliche nächste Hürde auf dem langen Weg bis zur Ernte zu überspringen.


Im kleinen Gemüsegarten (Erdbeeren, Paprika, Kohl, Salat, Tomaten) halfen wir ein Bewässerungs-Tropfsystem zu legen, um Wasser und Zeit zu sparen. Flurina hat begonnen sich in Büchern mit Permakultur auseinanderzusetzen und konnte sogleich in die Praxis übergehen. Die Gemüsefläche wurde mit letztjährigen Gräser- und Getreideschnitt gemulcht, die Gehwege mit Papkarton ausgelegt und mit Erde überdeckt. So wird weniger Wasser benötigt, Unkraut wächst weniger schnell und dem Boden werden zugleich Nährstoffe zugefügt.

Wasser ist auch hier ein Thema und es wird von Jahr zu Jahr trockener. Wasser wird vor allem durch tiefe Bohrungen gefunden und an die Oberfläche gepumpt, hier auf der Farm ist die Bohrung ca. 150m tief und das Wasser wird mit Pumpe und Generator in ein 1000kubikliter Reservoire auf den höchsten Punkt gepumpt, so dass anschliessend genügend Wasserdruck vorhanden ist.


Neben den Pflanzen und Tieren wird weiterhin fleissig gebaut. Cyril baut zusammen mit Gökhan ein Aussenhehege für den einen Dobermann. Dies muss sicher und stark sein.

Von Gesetzes wegen darf nichts in den Boden betoniert werden und alles muss einfach rückbaubar sein. Daher wurden Holzpfosten in Autoreifen einbetoniert und diese eingegraben. Anschliessend wurde ein Drahtgitter daran befestigt und eine Türe gebastelt. Bis jetzt musste der Hund an einer Kette sein, denn Hühner und Gänse sind vor ihm ansonsten nicht sicher. Jetzt ist er etwas freier und bellt deutlich weniger. Und das Gehege hält bis jetzt!


Nach der Erfahrung des Hundezwingers, dessen Fertigstellung mehrere Tage in Anspruch nahm und teilweise kniffliger als erwartet war, folgte spontan ein weiteres Zaunprojekt. Vor 2-3 Wochen wurde das Hühnerhaus in einer ziemlich eindrücklichen Aktion an einen neuen Ort auf dem Gelände, näher bei den anderen Tieren und damit einfacher zu bewirtschaften in der Winterzeit, verfrachtet. Am Abend dann das grosse Aha-Erlebnis: die Hühner warteten alle am alten Platz und suchten ihr Haus. Knapp 50 Hühner mussten einzeln gefangen und in ihr neues Daheim getragen werden. In den kommenden Tagen wiederholte sich das Schauspiel mit geringen Variationen (Futter wurde ausgestreut, Hühnermist vors neue Haus getragen) und tageweisen Unterbrüchen (die Hühner blieben im Stall) immer wieder. Flurina und Lia erwiesen sich übrigens als grosse Hilfe beim Hühnerfangen, Cyril's Leistung blieb sehr bescheiden - Hühner sind halt nicht dasselbe wie kleine Wachteln.

Eines Nachmittags dann endlich die so einfache Lösung. Innert 1-2 Stunden bauten wir ein kleines Gehege am neuen Ort und die Hühner können nun einige Tage oder Wochen fleissig üben und sich die neue Umgebung einprägen bevor sie eine nächste Chance erhalten. Irgendwann wird, so hoffen wir, auch das dümmste Huhn wieder alleine nach Hause finden..



Lias Geburtstag nähert sich und wir nützen die Chance, dass auf der nächst gelegenen Farm (10min. Fussweg) ausgewanderter Franzosen neben Ziegen, Hühner, Hunden, Katzen und vielen Pferden auch eine sehr gutmütige Eselin lebt. Lia erhält von uns einen Eselausritt. Sie ist so happy und wir alle geniessen diese schöne Wanderung durch die wunderschöne und uns so liebgewordene „kappadokische“ Landschaft. Mit einem Esel wird Wandern mit Kind tatsächlich zum Kinderspiel ;-) Während dem Reiten fragt sie uns, ob wir ihr den Esel in ein Geschenk einpacken können, so dass sie ihn auspacken und behalten kann - es wird immer enger im Auto, nach Wachteln und Würmern jetzt auch noch ein Esel :-)


Und ja, das Auto wird langsam wieder startklar gemacht. In der zweiten Junihälfte möchten wir uns wieder auf die Strassen wagen und zwar doch wieder in Richtung Osten, um in einem zweiten Anlauf nach Georgien zu gelangen, bevor wir uns dann wieder in Richtung Europa bewegen. Aufgrund aktueller Informationen plant Georgien die Öffnung des Landes für Tourismus ab dem 1. Juli und wir hoffen sehr, dass dazu auch die Öffnung der Landesgrenzen zur Türkei gehören. Bis dahin geniessen wir umso mehr das liebgewonnene Farmerleben (das neben den beschriebenen Arbeiten im Übrigen nach wie vor viel Zeit zum Sein, Spielen, Lesen, Kochen, Backen usw. beinhaltet) sowie die herzliche Gastfreundschaft und das Zusammenleben mit Gökhan und Gözde.





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